Die Entscheidung für den Einsatz eines Identsystems geht einher mit dem Wunsch, Abläufe bei der Abfallsammlung transparenter zu gestalten sowie besser steuern und optimieren zu können. So entschied sich der Abfallwirtschaft- und Stadtreinigungsbetrieb ASR Chemnitz zur Einführung eines Ident-Wägesystems (IWS) bereits im Jahr 2004. Gleichzeitig wurde ein neues Gebührenmodell entwickelt, um mehr Transparenz und Gerechtigkeit bei der Gebührenbemessung für alle Abfallerzeuger in Chemnitz zu erreichen.

Neben dem Ziel der verursachergerechten Gebührenveranlagung waren auch Aspekte wie erzielbare Einsparungen durch die Optimierung der Prozesse sowie mögliche Gebührenmehreinnahmen durch Unterdrückung illegaler Leerungen Argumente für die Entscheidung der Einführung eines Ident-Wägesystems.

Die Branchensoftware A/C/S® ist seit 2004 beim Abfallwirtschaft- und Stadtreinigungsbetrieb ASR Chemnitz im Einsatz. Durch die Nutzung von A/C/S® in Verbindung mit einem Behälteridentifikationssystem konnte der ASR Chemnitz bei der Auftragsbearbeitung von ca. 20 % des Zeitaufwandes einsparen. Die Gebührenmehreinnahmen liegen durch die Nutzung der Software bei durchschnittlich 2,85%. Des Weiteren wurden umfangreiche Auswertungen des alltäglichen Geschäfts im Hinblick auf z.B. Entleerungen, Behälterbestände, Aufträge, Kunden, Personen und Grundstücke für den Leistungserbringer realisiert. Damit ist der ASR in der Lage seine Tourenauslastung kontinuierlich zu optimieren.

Im Rahmen des Projektes der Einführung des Identwäge-Systems realisierte Q-SOFT die Analyse, Planung, Koordination und Betreuung der Erstellung neuer Softwarefunktionalitäten im A/C/S® für die Nutzung eines Ident-Wägesystems. Im Zuge dessen wurden Programmerweiterungen in den Bereichen der zyklischen Tourenplanung und des Containerdienstes durchgeführt.

Im Bereich Veranlagung wurde ebenfalls eine Programmerweiterung inkl. kompletter Satzungsanpassung für den Einsatz des Ident-Wägesystems umgesetzt, die die Erstellung von Voraus- und Schlussbescheid (Grundgebühr + Gewichtsgebühr + eventuelle Zuschläge) gewährleisten.

Für die Satzungsumstellung im Jahr 2009 wurde zusätzlich die Schnittstelle um den Bereich Papier-Pappe-Karton (PPK) erweitert. Ein wichtiger Bestandteil der Entsorgung ist die Kundenbindung in Zeiten in denen gewerbliche Sammler eine nicht zu unterschätzende Konkurrenzsituation geschaffen haben. In der Abfallart PPK ist der ASR in der Lage, mittels Identwäge-System, eine Erlösbeteiligung an den Kunden weiter zu geben um „Abwanderungen“ zu gewerblichen Aufkaufstellen unattraktiv zu machen.

Das Identverfahren ist sowohl für die Leerung von zyklischen als auch für Behälter auf Abruf möglich. Die eindeutige Kennzeichnung von Gefäßen in Verbindung mit zugehöriger Bordrechentechnik in den Entsorgungsfahrzeugen zur Erfassung von Gefäßzugehörigkeiten und Leerungsdaten ermöglicht eine effiziente Behälterverwaltung und -entleerung.